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"Warum sollte man sich bewegen, wenn man so wundervoll in einem Sessel sitzend vereisen kann?" ( Duc des Esseintes, Hauptfigur in Karl Huysmans Against Nature)

chair in the cafe im kunstverein

Im Verlauf der Neukonzeption des Frankfurter Kunstvereins wurde die Idee zur Umgestaltung des Cafés entwickelt. Dieser Raum im Foyer des Hauses wird in Zukunft noch stärker mit dem Begriff eines öffentlichen Forums identifiziert werden. Die Neugestaltung wurde von den Künstlern Gorka Eizagirre (*1971) und Xavier Salaberría (*1969) entworfen und umgesetzt. Die beiden Spanier haben gemeinsam ein Konzept entwickelt, das den öffentlich zugänglichen Bereich des Hauses zu einem lebendigen Kommunikationsort macht und gleichzeitig seine Funktionalität als Café und Bar hervorhebt. Hierin verdeutlicht sich ein grundlegender Arbeitsansatz der beiden Künstler, die daran interessiert sind, zeitgenössische Kunstpraxis in Verbindung mit alltäglichem Gebrauch zu setzen.

Eizagirre und Salaberría haben schon zuvor gemeinsam an vergleichbaren Projekten gearbeitet. Xavier Salaberría beschäftigt sich dabei vor allem mit der Beziehung von Material und Gebrauch sowie der Rolle des Design. Der festen Überzeugung einer „Logik des Gebrauchs“ folgend versucht er in seiner Arbeit immer wieder aufs Neue die Interaktion von Mensch und Objekt zu ergründen. Im täglichen Leben gibt es unzählige Ratschläge was zu tun ist, was gekauft werden muss und wie etwas zu benutzen ist, aber es gibt nur wenig Information, wofür das alles gut sein soll. In seiner künstlerischen Arbeit stellt Salaberría ganz konkrete Frage, die versuchen, dem alltäglichen Umgang mit Gegenständen auf den Grund zu gehen. Seine Arbeit kann als bescheidener Vorschlag verstanden werden, auf dem Weg zu einem besseren Bewusstsein für wirkliche Bedürfnisse. Gorka Eizagirre konzentriert sich hingegen mehr auf Aspekte des Raums und die Bedeutung von Farbe und Grafik. Was ist natürlich und was künstlich? In welcher Beziehung stehen diese beiden Aspekte innerhalb einer gegebenen Architektur wie z. B. der des Kunstvereins – gelegen im Zentrum der Stadt Frankfurt?

Der Entstehungsprozess des Projektes war sehr arbeitsintensiv und durchlief bis zur endgültigen Fertigstellung viele Phasen zahlreicher Entwürfe, Ideen Erwartungen und auch Kompromisse. Anfangs stand nur die Idee der Künstler auf dem Papier, die geleitet war von der Vorstellung einen „perfekten“ Ort zu schaffen. Im Laufe der Entwicklung haben die unterschiedlichen Vorstellungen und Anforderungen an das Projekt gemeinsam zu dem nun erlebbaren und benutzbaren „Ergebnis“ geführt.

Die zukünftige Nutzung des Cafés wird dessen Weiterentwicklung mitbestimmen. Die von Salaberría und Eizagirre entworfene Inneneinrichtung ist nicht als abgeschlossenes Projekt zu verstehen, sonder wird als Gestaltungsentwurf den Gebrauch seiner Gäste mit einbeziehen. Die Möglichkeit, entsprechend auf die tatsächliche Nutzung zu reagieren, haben die Künstler dabei immer mitgedacht.

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